Bild einer osteopathischen Behandlung

Was ist Osteopathie?

Die Osteopathie ist eine ganzheitliche Heilmethode, bei der ausschließlich die Hände zur Ursachenbestimmung und Behandlung zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zu anderen Behandlungsformen wird hier der Körper als Einheit angesehen. Ein Osteopath richtet die Untersuchung und Behandlung auf den gesamten Körper aus anstatt sich nur auf die Symptome der Schmerzregion zu beschränken. Osteopathische Behandlungen sind zudem eine hervorragende Präventionsmaßnahme, denn Symptome entstehen meistens, wenn sich über einen längeren Zeitraum Ursache-Folge-Ketten etabliert haben.

Ein professioneller Osteopath verfolgt das Ziel, die Ursache des Problems zu beheben und dadurch die Gesamtgesundheit des Patienten zu verbessern. Der Osteopath selbst arbeitet zwar ohne Medikamente oder medizinische Geräte, aber nicht in allen Fällen kann eine Ursache rein durch osteopathische Maßnahmen behoben werden. Deshalb ist es wichtig zu betonen, dass Osteopathie kein Ersatz klassischer Medizin ist: Sie arbeitet Hand in Hand mit anderen medizinischen Disziplinen. Falls es notwendig ist, überweist ein professioneller Osteopath deshalb den Patienten immer an einen Facharzt.

Die osteopathische Läsion (Bewegungseinschränkung)

Die osteopathische Läsion — der Grund, weshalb Menschen in der Regel einen Osteopathen aufsuchen — drückt sich durch einen Bewegungsverlust aus, der in allen anatomischen Strukturen wie Gelenken, Muskeln, Organen etc. zum Ausdruck kommen kann. Diese Mobilitätseinschränkung wird durch den Osteopathen mittels der Mobilitätstests wahrgenommen.

Es gibt also eine Einschränkung des Bewegungsausmaßes oder eine Blockade. Man darf sich diese in keinem Falle als eine komplette Verrenkung oder Verschiebung z.B. eines Wirbels vorstellen. Dies würde eine massive orthopädische Verletzung und eine derartig akute Symptomatik nach sich ziehen, sodass eine akut-medizinische Behandlung erforderlich wäre. Es ist also kein verschobener Wirbel oder ein verschobenes Gelenk, welches der Osteopath „einrenkt“, sondern vielmehr ein Gelenk mit eingeschränkter Mobilität. Ziel ist der Mobilitätsgewinn!

Sinnbild für eine osteopathische Läsion
Bild einer osteopathische Behandlung am Kopf

Neurologie – das Kommunikationsnetzwerk des Körpers

Die Osteopathie geht davon aus, dass alle lebensnotwendigen Funktionen in unserem Körper durch ständige Bewegung und Kommunikation aller Gewebestrukturen untereinander im Gleichgewicht gehalten werden. Die Theorie besagt: Je ausgewogener das Gleichgewicht, desto besser die Funktion und Vitalität. Innerhalb dieser Interaktion spielt besonders das neurologische System des Menschen eine führende Rolle. Die wichtigsten Funktionen des Nervensystems stehen im Dienste der Wahrnehmung, der Integration des Wahrgenommenen, des Denkens und Fühlens sowie der Auslösung angemessener Handlungen und Verhaltensweisen. Damit verknüpft das Nervensystem alle Gewebe und sammelt Informationen aus den Sinneszellen im ganzen Körper, um den Kreislauf von Reiz-Reaktion und damit die Adaptionsfähigkeit aufrecht zu erhalten.

Diese Funktion des Nervensystems erlaubt mir als Osteopathin eine Art Zwiegespräch mit dem Körper zu führen. Dies tue ich, indem ich die Reaktionen auf bestimmte Reize beobachte. Wenn ich also vermute, dass eine ausgeheilte Mageninfektion immer noch zu einer erhöhten neurologischen Spannung und damit auch einer erhöhten Gewebespannung in diesem Bereich führt, so kann ich durch eine Induktion (oder Berührung) des Magenbereichs testen, ob es zu einer Entspannung der Rippen und Wirbel des dazugehörigen viszeralen Bereichs kommt. Ist dies der Fall, würde ich diesen Bereich behandeln. Ist dies nicht der Fall und die Induktion führt weder zu einer Entspannung noch zu einer ausgeglicheneren Bewegung, ist dies auch nicht die Ursache und die Suche geht weiter.

Osteopathie in Zeit und Raum

Die osteopathische Behandlung arbeitet mit der aktuellen Haltung oder Konstellation des Patienten. Diese wird beeinflusst durch verschiedenste Faktoren wie die physische Belastung im Alltag und vorangegangene Unfälle oder Operationen, psychische Stressfaktoren, chronische Erkrankungen, die Ernährung etc. Kommt es zur Funktionsstörung einer Struktur, sucht der Körper erstmal einen Weg diese mit minimalstem Aufwand auszugleichen (Kompensation). Deshalb bemerken wir selbst oft lange Zeit keine oder kaum Beschwerden.

Folgt nun aber eine zusätzliche Stresssituation (physisch oder psychisch), kann das lange gut kompensierte System kippen und uns manchmal auch an anderen Stellen, als die ursächliche Störung vorgelegen hat, Schmerzen bereiten. So können z.B. Fehlstellungen einzelner Wirbelkörper zu Kopfschmerzen, Herzstolpern, Atembeschwerden oder Bauchschmerzen führen. Eine Fußverletzung kann Schmerzen am Knie oder der Hüfte zur Folge haben usw.

Da es Geduld und Zeit braucht, um solch entstandene Haltungen und Muster wieder zu lösen, ist Osteopathie keine Akutmedizin. Sie lässt sich vielmehr als eine Art Entwicklungsweg verstehen, indem wir dem System helfen, verlorene Bewegungsmöglichkeiten wieder zu erlangen und zu integrieren um langfristig eine bessere Balance zu finden.

Bild einer osteopathische Behandlung an einem Baby

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